Spielmann Gottes sein?
Als Spielmann Gottes hatte sich der heilige Franziskus vor 800 Jahren verstanden.
Der Sohn eines reichen Tuchhändlers verzichtete auf seinen gesamten Besitz. Er lebte in Armut und folgte dem Ruf Gottes seine Kirche wieder aufzubauen. Zuerst errichtete er die alte Kirche von San Damiano neu, bis er erkannte, dass Gott ihn nicht berufen hatte ein Haus aus Stein zu bauen, sondern die Kirche an sich zu renovieren. Er gründete einen Orden und viele Menschen sammelten sich um ihn um im Sinne des Evangeliums zu leben.
Auch in der heutigen Zeit fasziniert Franziskus. Sein Sonnengesang zeugt von tiefer Spiritualität und berührt die Menschen. Sein Aufruf zur Armut und dem Evangelium zu folgen hat nichts bedrückendes - im Gegenteil. Der Verzicht auf Unnötiges und seine unbändige Freude an Gottes Schöpfung wird in zahlreichen Legenden sichtbar. Ob er vor den Tieren von Gott spricht, einen Wolf zähmt oder - ganz Spielmann Gottes - Geige spielend mit einem Ast in der Hand dargestellt wieder, Franziskus kündet mit jeder Faser seines Daseins von Gott.
In diesem Jubiläumsjahr zum 800sten Todesjahr von Franziskus können auch wir uns die Frage stellen: Wo kann ich zum Spielmann (zur Spielfrau) Gottes werden? Wann lasse ich den Geist Gottes zu und in mir wirken? Nehme ich mir die Zeit und den Raum um die Schöpfung Gottes zu bewundern und dankbar zu sein?
Mich persönlich spricht die Dankbarkeit und der Lob des heiligen Franziskus besonders an. Seine Verbundenheit zur Einfachheit des Lebens und zur Natur wecken Sehnsucht nach erfülltem Leben in mir. Der Sonnengesang begleitet mich schon viele Jahre auf meinem Glaubensweg.
Schließen möchte ich mit der ersten Strophe dieses Lobgesanges - vielleicht macht er neugierig mehr über Franziskus zu erfahren.
Höchster, allmächtiger und guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehr.
Lobet und preiset den Herrn in Dankbarkeit,
und dienet ihm mit großer Demut.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Gemeindereferentin Catharina Fastenmeier


